Steuer bei Online Casinos: Gewinne steuerfrei, Einsätze besteuert
Wer im Online Casino gewinnt, muss als Freizeitspieler keine Steuer zahlen. Besteuert wird stattdessen jeder Einsatz: Bei Online-Slots gehen 5,3 % an den Staat, bevor überhaupt ein Spin entschieden ist. Diese Steuer zahlt der Anbieter, du merkst sie aber an niedrigeren Auszahlungsquoten. Hier steht, wie das zusammenhängt.

Auf einen Blick
- Gewinne aus Glücksspiel sind für Freizeitspieler in Deutschland steuerfrei, egal wie hoch.
- Einsatzsteuer: 5,3 % auf jeden Einsatz bei Online-Slots und Online-Poker, seit 01.07.2021, gezahlt vom Anbieter.
- Die Steuer senkt die Auszahlungsquoten: Laut Suchtforschern liegen sie bei deutschen Online-Slots typischerweise bei 84 bis 90 %.
- Zinsen auf angelegte Gewinne sind ganz normal steuerpflichtig. Belege über Gewinne solltest du aufbewahren.
Muss ich Casino-Gewinne versteuern?
Nein, nicht als Freizeitspieler. Gewinne aus Glücksspiel gehören zu keiner Einkunftsart des Einkommensteuergesetzes und sind deshalb nicht steuerpflichtig. Das gilt für Online-Slots, Sportwetten, Poker und Lotto gleichermaßen und unabhängig von der Höhe. Du musst sie auch nicht in der Steuererklärung angeben.
Eine Ausnahme sind Berufsspieler. Der Bundesfinanzhof hat 2015 entschieden, dass die Gewinne eines Pokerspielers, der das Spiel nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht betreibt, gewerbliche Einkünfte sein können. Bei Slots, deren Ergebnis allein vom Zufall abhängt, spielt das praktisch keine Rolle.
Die Einsatzsteuer von 5,3 %
Seit 01.07.2021 wird jeder Einsatz bei virtuellen Automatenspielen und Online-Poker mit 5,3 % besteuert (§ 38 Rennwett- und Lotteriegesetz für Online-Slots). Steuerschuldner ist der Anbieter, nicht du. Bei Sportwetten gilt ebenfalls ein Steuersatz von 5,3 % auf den Einsatz.

Wichtig ist der Unterschied zu anderen Steuern: Sie bemisst sich nicht am Gewinn des Anbieters, sondern an jedem einzelnen Einsatz. Bei 1 € pro Spin gehen also 5,3 Cent an den Staat, egal ob der Spin gewinnt oder verliert.
Was die Steuer für die Auszahlungsquote bedeutet
Ein Slot, der ohne Steuer 96 % der Einsätze auszahlt, würde dem Anbieter 4 % übrig lassen. Davon kann er keine 5,3 % Steuer zahlen. Deshalb bieten Anbieter in Deutschland viele Slots mit niedrigeren Auszahlungsquoten an als im Ausland. Ein offener Brief von Suchtforschern vom August 2026 nennt typische Werte von 84 bis 90 %.
| Auszahlungsquote | Rechnerischer Verlust bei 1.000 € Umsatz |
|---|---|
| 96 % (häufig im Ausland beworben) | 40 € |
| 94 % (unser Rechenwert) | 60 € |
| 90 % | 100 € |
| 87 % | 130 € |
In unseren Rechnern und Beispielen rechnen wir mit 94 %, um Angebote vergleichbar zu machen. In der Praxis kann der Verlust höher sein. Manche Anbieter zeigen die Auszahlungsquote im Info-Bereich des jeweiligen Slots; ein Blick dorthin lohnt sich.
Und bei Casinos ohne deutsche Lizenz?
Anbieter ohne Erlaubnis zahlen keine deutsche Einsatzsteuer und werben deshalb mit höheren Auszahlungsquoten. Das ist ein Grund, warum sie in Bestenlisten gut abschneiden. Dem steht gegenüber: Die Teilnahme ist nach § 285 StGB strafbar, Gewinne lassen sich nicht einklagen, und Auszahlungen sind oft begrenzt, etwa auf 500 € pro Tag bei Mafia Casino. Eine höhere Quote nützt wenig, wenn der Gewinn nicht ankommt.
Steuerlich ändert sich für den Spieler nichts: Auch dort wären Gewinne als Freizeitspieler nicht einkommensteuerpflichtig. Größere Eingänge von ausländischen Glücksspielseiten können aber Rückfragen der Bank zur Herkunft auslösen.
Was du praktisch beachten solltest
- Belege aufbewahren: Speichere Auszahlungsbestätigungen und Kontoauszüge, vor allem bei größeren Gewinnen. Sie helfen, wenn Bank oder Finanzamt nach der Herkunft von Geld fragen.
- Zinsen versteuern: Legst du einen Gewinn an, sind Zinsen und Kursgewinne ganz normal steuerpflichtig.
- Schenkungen: Gibst du einen großen Gewinn weiter, kann Schenkungsteuer anfallen, je nach Betrag und Verwandtschaftsgrad.
- Verluste: Verluste aus Glücksspiel kannst du umgekehrt nicht von der Steuer absetzen.
Häufige Fragen zur Steuer bei Online Casinos
Muss ich Gewinne aus Online Casinos versteuern?
Als Freizeitspieler nicht. Glücksspielgewinne sind in Deutschland nicht einkommensteuerpflichtig, unabhängig von der Höhe. Eine Ausnahme können Berufsspieler bei Geschicklichkeitsspielen wie Poker sein.
Was ist die Einsatzsteuer bei Online-Slots?
Eine Steuer von 5,3 % auf jeden Einsatz bei virtuellen Automatenspielen, eingeführt am 01.07.2021. Sie wird vom Anbieter gezahlt, senkt aber die Auszahlungsquoten der Slots.
Muss ich Casino-Gewinne in der Steuererklärung angeben?
Nein. Glücksspielgewinne von Freizeitspielern gehören in keine Einkunftsart. Zinsen, die du später mit dem Gewinn erzielst, musst du aber angeben.
Warum zahlen deutsche Online-Slots weniger aus?
Weil 5,3 % jedes Einsatzes als Steuer abgehen. Um das auszugleichen, setzen Anbieter Slots mit niedrigeren Auszahlungsquoten ein, laut Suchtforschern typischerweise 84 bis 90 %.
Kann ich Verluste von der Steuer absetzen?
Nein. Weil Gewinne nicht steuerpflichtig sind, lassen sich Verluste aus Glücksspiel auch nicht steuerlich geltend machen.
Quellen und weiterlesen
- § 38 Rennwett- und Lotteriegesetz
- Offener Brief der Suchtfachstellen zu Auszahlungsquoten und Einsatzlimit (11.08.2026)
- Ratgeber: Einsatzlimit
Stand 25.10.2026. Dieser Ratgeber ist keine Steuerberatung.